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Sechs Wochen nach unserer Ankunft in Namibia durften wir mit unseren Kindern Ostern feiern. Auch im namibischen Busch wird dieses christliche Fest gefeiert. Das ist auf die deutsche Kolonialisierung, die um 1800 begann, zurückzuführen.
Um die Kinder auf die Feiertage einzustimmen, bastelten wir ein „Osterei am Stiel“. Da in Mangetti das Geld für Bastelmaterial fehlt, ist das für die Kinder etwas ganz Besonderes. Sie finden auch viele Informationen auf dieser Website.

 

20150401_151001Im Anschluss haben wir auf dem Schulhof eine kleine Schatzsuche anstelle einer Ostereiersuche veranstaltet. Nachdem wir Gutscheine für alle versteckt hatten, stürmten die Kinder voller Spannung auf den Schulhof, um in den hintersten Ecken und Lücken den „Schatz“ zu finden. Die Freude war groß, als die Schüler hinterher ihre gefundenen Gutscheine gegen Popcorn eintauschen durften.
Nach den Osterferien begann die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen für das Trimester. Anders als in Deutschland besteht das Schuljahr hier nicht aus zwei Halbjahren, sondern aus 3 Abschnitten.

Um die Kinder gut auf die Examen vorzubereiten organisierten wir ausgedehnte Lernzeiten in der großen Speisehalle der Schule. Abends veranstalteten wir Lesewettbewerbe und lasen den Kindern regelmäßig Gute Nacht Geschichten vor. Englisch lesen und schreiben fällt den Schülern sehr schwer, da in ihren Familien ausschließlich !Kung, eine der Khoisansprachen mit den dafür typischen Klicklauten, gesprochen wird. Daher ist es keine Seltenheit, dass die Schüler in der 4. oder 5. Klasse noch nicht flüssig lesen können.
Die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen war sehr abenteuerlich, da es abends keinen Strom gab. Ohne Elektrizität konnten die Lehrer die Prüfungsaufgaben nicht vorbereiten und im Dunkeln klappte es mit dem Lernen auch nicht so gut.
Kurzentschlossen packten wir Computer, Drucker und Kopierer ins Auto und fuhren ins nahegelegene Krankenhaus. Mithilfe der Sekretärin dort haben wir getippt, gedruckt und kopiert, damit die Prüfungen rechtzeitig stattfinden konnten.
Zur bevorstehenden Heimfahrt haben wir für die Kinder Tickets gebastelt, damit sie vom Busfahrer als Schüler erkannt und mitgenommen werden. Es ist zwar eigentlich ein Schulbus, aber da es sonst keine Fortbewegungsmöglichkeit gibt, versuchen auch Erwachsene mitzufahren und aufzuspringen. Die Busse sind immer heillos überfüllt. Dank der Tickets konnten wir sicher sein, dass alle Kinder mitgenommen werden.
Der Abschluss des ersten Trimesters wurde mit dem liebsten Hobby der Kinder gefeiert – dem Tanzen. Mithilfe eines kleinen Generators und einer Soundanlage wurde aus dem Schulhof eine Open Air Disco, in der fröhlich zum Abschied getanzt wurde.

Liebe Grüße aus Namibia

Dorina und Svenja